KREIS: Diskussion um Corona-Vorstoß aus Thüringen

Riskiert Thüringen eine neue Infektionswelle oder ist es vertretbar auf die strengen Corona-Regeln zu verzichten?

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linkspartei will in dem Bundesland zum 6. Juni die Coronaregeln weitgehend aufheben. Eine Mundschutzpflicht gäbe es dort dann nicht mehr. Politiker im Kreis Coesfeld sehen das kritisch. Der Erfolg geringer Corona-Fallzahlen sei noch brüchig, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann aus Havixbeck. Es sei besser weiter vorsichtig zu sein und nicht alle Regeln über Bord zu werfen. Vorsicht sollte oberstes Gebot bleiben, findet der Grünen Bundestagsabgeordnete für den Kreis Coesfeld, Friedrich Ostendorff. Der FDP-Landtagsabgeordnete Henning Höne aus Coesfeld hält es zwar für richtig Regeln zu hinterfragen, dabei dürfte die Politik aber nicht leichtsinnig werden. Diese Gefahr sehe er in Thüringen. Der Linke-Kreisvorsitzender Rainer Gembalczyk aus Rosendahl ist zwiegespalten: Einerseits bestünde ein erhöhtes Risiko für Neuinfektionen, wenn alle Regeln wegfallen , andererseits sei die Situation in Thüringen anders als hier in Nordrhein-Westfalen. Dort sei die Zahl der Corona-Fälle deutlich geringer.


Auch der SPD-Landtagsabgeordnete André Stinka aus Dülmen findet den Vorstoß zu verfrüht. Aus seiner Sicht müssten die aktuellen Maßnahmen bis Ende August erhalten bleiben - weil demnächst die Urlaubszeit beginnt und sich noch nicht abschätzen ließe, wie sich das auf die Corona-Fallzahlen auswirkt. Rainer Gembalczyk, von den Linken im Kreis Coesfeld, ist zwiegespalten: Auf der einen Seite seien Lockerungen sinnvoll, wenn die Fallzahlen so niedrig sind wie in Thüringen. Auf der anderen Seite bestehe das Risiko, dass neue Corona-Ausbrüche wie bei Westfleisch in Coesfeld sich nicht rechtzeitig lokal eingrenzen lassen.

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