
COESFELD: Kopfschütteln wegen Gutachten im Erzbistum Köln
Der Kreis Coesfeld und das Münsterland haben lange den Ruf gehabt urkatholisch zu sein - doch viele Menschen haben in den vergangenen Jahren die Kirche verlassen. Ein Grund sind die Skandale um sexuellen Missbrauch.
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.03.2021 14:16
Heute haben die katholischen Gemeinden hier deshalb gespannt nach Köln geschaut. Das Erzbistum dort hat nach monatelangem Streit ein Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen vorgestellt. Das Ergebnis: In vielen Fällen haben Kirchenmitarbeiter Pflichten verletzt - Taten nicht angezeigt oder nur unzureichend verfolgt. Pfarrer Johannes Hammans von der Anna Katharina Gemeinde in Coesfeld ist entsetzt - auch weil ein erstes Gutachten weiter unter Verschluss ist: "Die Vorgehensweise im Erzbistum Köln im Hinblick auf das Gutachten zu den Missbrauchsfällen ist desatrös. Ein zweites Gutachten in Auftrag zu geben nährt den Verdacht, dass das erste Gutachten einem unangenehm ist - weil es Fehler beim Namen nennt. Ich finde es wichtig, dass Bischöfe endlich zu ihrer Verantwortung stehen und zurücktreten müssten." Für Pfarrer Ulrich Franke von der St. Vitus Gemeinde in Olfen ist wichtig Strukturen zu schaffen - die Missbrauch vorbeugen. Die katholische Kirche müsse an ihrer Sexualmoral arbeiten. Und für mehr Transparenz müssten Laien, Priester und die Führung eines Bistums noch enger zusammenarbeiten.