
COESFELD: Medizin für Frauen hat Nachholbedarf
Ob bei der Forschung, Diagnose oder Behandlung - Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind in der Medizin noch nicht überall berücksichtigt. Das sagt heute am Frauengesundheitstag in Coesfeld der Katholische Frauengemeinschaft Deutschland - Diözesanverband Münster (kfd).
Veröffentlicht: Samstag, 28.09.2024 05:24
kfd-Frauen aus dem Kreis Coesfeld, dem Nachbarkreis Borken und Münster veranstalten heute diesen Frauengesundheitstag im Pius-Gymnasium in Coesfeld. Es gibt angepasste Schnuppersportangebote. Bei speziellen Vorträgen erfahren die Teilnehmenden unter anderem, dass Medikamente bei Frauen andres wirken als bei Männern, sagt Sandra Cichon vom Diözesanverband. "Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Männer Medikamente im Schnitt doppelt so schnell abbauen wie Frauen. Das heißt: Frauen brauchen bei bestimmten Medikamenten ganz andere Dosierungen als Männer."
Gleiche Krankheiten könnten unterschiedliche Ursachen haben. Deswegen werde bei Frauen ein Herzinfarkt häufiger nicht erkannt als bei Männern. Teilnehmerinnen erfahren heute auch, dass Männer eher in jüngeren Jahren ein höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen haben. Bei Frauen steigt das Risiko oft erst nach den sogenannten Wechseljahren.