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COESFELD: Stadt ehrt Ehrenamtliche
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COESFELD: Stadt ehrt Ehrenamtliche

Ehrenamtliche im Kreis Coesfeld engagieren sich oft im Hintergrund. Die Stadt Coesfeld hat sie beim Ehrenamtspreis jetzt in den Vordergrund gerückt.

Veröffentlicht: Samstag, 19.08.2023 05:27

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Stellvertreten als Danke an alle Ehrenamtlichen hat sie sechs Menschen ausgezeichnet. Unter anderem geht ein Ehrenamtspreis an Barbara Fehmer (Bild oben). Sie organisiert seit mehr als 24 Jahren den Kinderkleidermarkt in Goxel. Zweimal im Jahr laden sie und ihr Team ein in den Goxeler Kindergarten, wo gut erhaltene Kinderkleidung, Babyzubehör, Sportausstattung, Kostüme und Spielsachen angeliefert und dann zum Verkauf angeboten werden. Von Familien für Familien – nicht mehr benötigte Sachen finden dankbare Abnehmer. Das spart Rohstoffe und verlängert die Nutzungsdauer, schont den Geldbeutel und sorgt nicht nur bei kleinen Verkäufer:innen abgelegter Spielzeuge für leuchtende Augen. Auch die Kindergartenkinder profitieren, denn ein Teil des Erlöses vom Kinderkleidermarkt bleibt als Spende im Kindergarten und ermöglicht besondere Anschaffungen. Ehrenamtliche Mithilfe war für Barbara Fehmer von klein auf selbstverständlich: Zunächst gemeinsam mit den Geschwistern in der Schule, als Jugendliche in der Katholischen Landjugendbewegung in Lette, deren Vorsitzende sie mehrere Jahre war; später dann im Vorstand der Nachbarschaft Wittenfeld und bei der Vorbereitung des Goxeler Karnevals: Wo es was anzupacken gab, da war und ist Barbara Fehmer mit zu Stelle.

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Ein weiterer Preis geht an Christa Jentsch (Bild oben). Sie arbeitet seit vielen Jahren, häufig mehrmals pro Woche, im DRK-Sozialkaufhaus an der Bahnhofstraße. Die ehrenamtliche Mitarbeit im Deutschen Roten Kreuz bedeutet für sie und ihren Mann eine Lebensaufgabe, bei der mittlerweile fast die ganze Familie mit einbezogen ist. Im DRK-Fashion wird jede Unterstützung gebraucht, es hat vier Vormittage pro Woche geöffnet und die insgesamt 19 Aktiven haben alle Hände voll zu tun mit der Annahme und dem Sortieren von gebrauchter Kleidung, dem Ausstatten der Regale, im Verkauf, bei der Kassenabwicklung und Buchhaltung: Alle Arbeiten werden ehrenamtlich erledigt. Das DRK-Sozialkaufhaus bietet, nachdem die bestehenden Kleiderkammern geschlossen worden sind, eine günstige Möglichkeit, sich mit Kleidung und Zubehör auszustatten: vom Baby-Strampler bis zur Abendgarderobe. Es ist offen für alle, niemand wird nach Bedürftigkeit gefragt. Neben diesem caritativen Zweck steht auch die Weiterverwertung gut erhaltener Kleidung im Mittelpunkt. Und die Einnahmen des Sozialkaufhauses decken nicht nur die laufenden Kosten. Was übrig bleibt, fließt in die wohltätige Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes.

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Außerdem bekommt Wolfgang Jung (Bild oben) einen Preis. Er ist seit etwa fünf Jahren aktiv in der Coesfelder Stolperstein-Initiative. Er recherchiert anhand von historischen Unterlagen und Akten im Coesfelder Stadtarchiv, im Landesarchiv in Münster und in anderen lokalen Archiven und erarbeitet die Lebenswege Coesfelder Bürgerinnen und Bürger, die im Nationalsozialismus verfolgt worden sind. Die so entstandenen Kurz-Biografien zeichnen ein detailliertes Bild von den Personen mit den dazugehörigen wissenschaftlichen Belegen. Wolfgang Jung stellt die Texte, die er als Mitglied der Stolperstein-Initiative verfasst, auch dem Stadtmuseum Das Tor und allen Interessierten zur Verfügung. Seine Archivarbeit soll, so sagt er, „die Menschen zurück ins Leben holen“, indem sie aufzeigt, wie diese Menschen innerhalb der Stadtgesellschaft gelebt haben, in Nachbarschaften, Vereinen und Vorständen aktiv waren, bevor sie ausgegrenzt, verfolgt und oft in den Tod getrieben wurden. Die Ergebnisse seiner sorgfältigen ehrenamtlichen Recherchearbeit finden sich auch auf der Website www.coesfelder-stolpersteine.de, die er federführend für die Stolperstein-Initiative erstellt hat und auf der auch bereits die Biografien der dreizehn Frauen und Männer vorgestellt werden, für die im November 2023 neue Stolpersteine verlegt werden.

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Die Stadt zeichnet auch Hedwig Kröger (Bild oben) aus. Sie war mehr als 20 Jahre lang für die Nachbarschaft kreativ, damit, so sagt sie, „die Anderen eine Freude haben“. Sie liebt es, zu gestalten, zu dekorieren und zu basteln und diese Eigenschaft brachte sie 1999 in den Pfarrgemeinderat Herz Jesu, wo ihre Dekorationen viele Jahre lang in der Kirche bewundert werden konnten: Zu Ostern oder Erntedank, bei Weihnachtsfeiern oder anderen kirchlichen Festen. Sie brachte sich auch bei Prozessionen und Andachten mit ein, suchte Texte und Meditationen aus, half bei der feierlichen Gestaltung und organisierte Gruppenstunden der kfd. Zehn Jahre lang war Hedwig Kröger zudem aktiv in der Caritas Goxel, übernahm Krankenbesuche und gratulierte zu runden Geburtstagen. Besonders verbunden fühlt sich Hedwig Kröger der direkten Nachbarschaft. Ihre Freude am Gestalten zeigte sich bei der Bepflanzung der Heideschnecke genauso wie beim Schmuck fürs Heidefest oder in den Kostümen für die Karnevals-Umzüge. Viele Jahre lang haben Nachbarn der Familie Kröger den Adventskranz fürs Rondell gebunden und aufgestellt. An jedem Adventssonntag fand dort abends ein großes Treffen statt, bei dem verschiedene Gruppen zu Gast waren. Lieder wurden gesungen, die Eheleute Kröger boten Glühwein an und spendeten den Erlös für einen guten Zweck.

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Die nächste Preisträgerin, Brigitte Sieverding (Bild oben), ist eine von 31 aktiven Fahrer:innen im Bürgerbus Verein – und die mit den meisten Einsatzzeiten. Seit 2015 nimmt sie sich jeden Dienstagvormittag frei vom Hof, den mittlerweile ihre Kinder bewirtschaften und fährt zwei Schichten. Immer zwischen dem Coesfelder Bahnhof, durch das Hohe Feld und den Stadtbusch bis nach Goxel, zurück durch die Innenstadt, dann über Maria Frieden nach Lette und bis in den Sanden. Der an Wochentagen zuverlässig pendelnde Bürgerbus erschließt Wohngebiete, die vorher nicht vom ÖPNV erschlossen worden waren und ermöglicht so besonders Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, die Teilhabe: den Besuch beim Edeka in Lette, den Gang über den Wochenmarkt oder den Termin beim Arzt. Sie hilft beim Ein- und Aussteigen, verstaut Rollatoren und hört zu, wenn ein Fahrgast etwas auf dem Herzen hat. Das zuverlässige Angebot des Bürgerbusvereins wird gut nachgefragt. Wer einsteigt, spart sich Spritkosten, Fahrdienste und zudem die lästige Parkplatzsuche. Besondere Freude hat Brigitte Sieverding am persönlichen Kontakt mit den Fahrgästen: „Hier steigt niemand aus ohne das kleine Wörtchen „Danke!“

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Und schließlich freut sich noch Corinna Spork (Bild oben) über einen Ehrenamtspreis. Sie leitet seit 2016 gemeinsam mit einem engagierten Team junger Leute das Ferienlager St. Lamberti. 50 Kinder erleben hier zwei Wochen lang abwechslungsreiche Sommerferientage im Sauerland. Viele von ihnen fahren immer wieder gerne mit oder kehren nach ein paar Jahren Pause als Betreuer:innen zurück ins Lagerteam. Das Team aufzubauen und fit zu machen, ist eine der besonderen Aufgaben von Corinna Spork und beginnt lange vor dem Abfahrtstag. Denn die Vorbereitungsarbeiten sind umfangreich, die Auflagen und die Hürden werden immer höher. Ao gehört zu ihrer ehrenamtlichen Arbeit auch dazu, dass sich Corinna Spork zusätzlich hat fortbilden lassen, damit sie Gruppenleiterschulungen durchführen kann. Die tolle Gemeinschaft innerhalb des Betreuerteams, besonders mit ihrer Co-Leiterin Pia Völker, die Stimmung beim Ferienlager und die Freude und Dankbarkeit der Kinder und ihrer Familien, das gibt Corinna Spork Bestätigung für die monatelange Vorbereitung und die vielen Stunden, die sie für das Ferienlager einsetzt.

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