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COESFELD: Weiterer Fahrplan Schul-iPads
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COESFELD: Weiterer Fahrplan Schul-iPads

Eltern in Coesfeld sind verärgert, weil die Stadt veraltete iPads aus Sicherheitsgründen sperren muss und das den Unterricht einschränkt. Jetzt zeigt sich die Stadt selbstkritisch und erklärt die weiteren Pläne

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Die Stadt Coesfeld will gemeinsam mit den Schulen und der Politik die iPad-Ausstattung an den städtischen Schulen wieder auf das bisherige Niveau bringen und langfristig verlässlich sichern. Darauf haben sich die Schulleitungen, die Bürgermeisterin sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schulverwaltung und der Schul-IT bei einem gemeinsamen Treffen am 13. Oktober verständigt. Anlass sind notwendige Sperrungen älterer Geräte, da diese infolge geänderter Herstelleranforderungen nicht mehr im vorgesehenen Umfang automatisiert aktualisiert werden können. Die Einhaltung der aktuellen Sicherheits- und Betriebsstandards kann daher nicht mehr gewährleistet werden. Der digitale Unterricht ist dadurch derzeit erheblich eingeschränkt.

„Uns ist bewusst, dass wir den Schulen mit dieser Situation viel zumuten. Dass so viele Geräte gleichzeitig ausfallen, hätte so nicht passieren dürfen. Dafür tragen auch wir als Stadt Verantwortung“, erklärt Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg. „Jetzt geht es darum, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden – für den Unterricht in den kommenden Wochen ebenso wie für eine dauerhaft verlässliche Ausstattung.“

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Sicherheit persönlicher Daten hat Vorrang

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An den städtischen Schulen sind bislang rund 2.500 Endgeräte für Schülerinnen und Schüler im Einsatz. Bei einem großen Teil der älteren Geräte sind keine notwendigen automatisierten Sicherheitsupdates mehr möglich. Deshalb müssen insgesamt 868 Schülergeräte für die Nutzung im Schulnetz gesperrt werden. Zusätzlich sind 372 Geräte für Lehrkräfte betroffen. An den Grundschulen wurden erforderliche Sperrungen bereits in der vergangenen Woche vorgenommen; weitere folgen zu den Herbstferien.

„IT-Sicherheit ist für uns als Schulträger nicht verhandelbar. Schließlich geht es um persönliche Daten von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und vielen weiteren Menschen im Schulalltag“, betont die Bürgermeisterin. „Wir sind dankbar, dass die Schulleitungen diese Verantwortung mittragen und die notwendigen Sperrungen trotz der erheblichen Folgen für den Unterricht nachvollziehen können.“

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Stadt benennt eigene Versäumnisse und kritisiert fehlende Planungssicherheit

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Die Stadt hatte im vergangenen Jahr aus wirtschaftlichen Gründen entschieden, die nun betroffenen Geräte ein weiteres Jahr einzusetzen, statt sie bereits auszutauschen. Hintergrund war auch die weiterhin fehlende Klarheit über eine Anschlussförderung durch den Digitalpakt 2. „Wir haben die Nutzungsdauer mit Blick auf unsere finanziellen Möglichkeiten ausgereizt. Rückblickend war es falsch, den Austausch in diesem Umfang zu verschieben. Daraus müssen und werden wir lernen“, so die Bürgermeisterin.

Zugleich kritisiert die Stadt, dass die angekündigte Fortsetzung der Förderung durch Bund und Land zu lange keine verlässliche Grundlage für kommunale Entscheidungen geboten habe. Auf verschiedenen Ebenen habe die Stadt wiederholt auf den dringenden Handlungsbedarf hingewiesen. „Für eine verantwortungsvolle Beschaffungs- und Haushaltsplanung hätten wir diese Sicherheit deutlich früher gebraucht. Das erklärt unsere schwierige Ausgangslage, entbindet uns aber nicht von unserer eigenen Verantwortung.“

Nach dem im Schulleitungstreffen vorgestellten Sachstand ist die Verwaltungsvereinbarung zum Digitalpakt 2 durch die Bundesbildungsministerin unterzeichnet; die konkrete Förderrichtlinie des Landes Nordrhein-Westfalen wird noch erwartet. Die zeitlichen und inhaltlichen Bedingungen der Umsetzung sind damit für die Stadt weiterhin nicht abschließend geklärt. Aus Sicht der Stadt braucht es insbesondere auch Klarheit darüber, ob Geräte für Lehrkräfte mitfinanziert werden können. Hier sieht sie das Land in besonderer Verantwortung.

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370 neue Geräte bestellt – zusätzliche Mittel erforderlich

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Um die Situation kurzfristig zu verbessern, hat die Stadt bereits 370 neue iPads unabhängig von einer Förderzusage bestellt. Dafür sind im Haushalt 2026 insgesamt 200.000 Euro vorgesehen. Die neuen Geräte sollen nach dem mit den Schulleitungen abgestimmten Schlüssel auf die Schulen verteilt werden. Sie gleichen den Ausfall jedoch nicht vollständig aus.

Für die Wiederherstellung des bisherigen Ausstattungsniveaus rechnet die Verwaltung nach aktueller Einschätzung mit einem zusätzlichen Finanzbedarf von rund 500.000 Euro. Über die Bereitstellung dieser Mittel muss die Politik entscheiden.

„Die Schulleitungen haben deutlich gemacht, dass die bisherige Ausstattung für den Unterricht in seiner heutigen Qualität benötigt wird. Wir werden deshalb zügig mit der Politik beraten, welche zusätzlichen Mittel wir bereitstellen können“, erklärt die Eliza Diekmann-Cloppenburg. Hohe Beschaffungskosten und voraussichtlich längere Lieferzeiten erschweren allerdings eine schnelle vollständige Ersatzbeschaffung. Eine umgehende Rückkehr zum bisherigen Gerätebestand kann die Stadt deshalb derzeit nicht zusagen.

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Dauerhafte Lösung statt kurzfristiger Ersatzbeschaffung

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Neben der aktuellen Ersatzbeschaffung soll eine langfristig tragfähige Planung entstehen. Ziel ist es, notwendige Gerätewechsel frühzeitig vorzusehen und die Grundausstattung der Schulen nicht von der Verfügbarkeit einzelner Förderprogramme abhängig zu machen. Für den dauerhaften Erhalt des bisherigen Ausstattungsniveaus geht die Verwaltung derzeit von einem jährlichen Finanzbedarf von rund 300.000 Euro aus. Vorgeschlagen ist eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretungen der Grundschulen und weiterführenden Schulen, der Schulverwaltung und der IT, die pädagogische Anforderungen und finanzielle Möglichkeiten zusammenführt.

„Die Schulen brauchen eine verlässliche Perspektive. Deshalb wollen wir gemeinsam mit ihnen und der Politik eine nachhaltige Ausstattung erarbeiten – unabhängig davon, wann weitere Fördermittel tatsächlich zur Verfügung stehen“, so die Bürgermeisterin. „Unser Dank gilt den Schulleitungen, den Lehrkräften, den Schülerinnen und Schülern sowie den Familien für ihr Verständnis, ihre Geduld und ihr Engagement, mit dem sie in dieser schwierigen Übergangszeit gemeinsam Lösungen finden.“

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