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„Die stille Kraft der Düfte" - Wenn Duft Erinnerungen weckt
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„Die stille Kraft der Düfte" - Wenn Duft Erinnerungen weckt

Ein Lavendelsäckchen bei der Oma. Frischer Orangenduft auf Mallorca. Der zitrische Hauch eines alten Eau de Cologne. Manchmal reicht ein einziger Atemzug, und plötzlich ist man wieder an einem Ort, der längst vergangen schien. Georg Schmitz-Remy aus Billerbeck hat sich genau mit diesem Phänomen beschäftigt - und darüber ein Buch geschrieben: „Die stille Kraft der Düfte - Von Heilpflanzen, Erinnerungen und der Sprache der Aromen".

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Der Apotheker und Autor war bei uns zu Gast und hat erzählt, warum Düfte so tief in uns wirken, wo die Grenzen liegen - und was Weihrauch mit Duftmarketing zu tun hat.

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Düfte als Erinnerungsanker

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Erinnerungsanker - Radiobeitrag mit Georg Schmitz-Remy
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Für Georg Schmitz-Remy ist klar: Düfte sind weit mehr als angenehme Begleiter. „Düfte sind, wenn sie richtig eingesetzt werden, Erinnerungsanker. Sie können uns zurückführen an einen Ort, wo wir wirklich Emotionen erlebt haben", sagt er. Lavendelduft erinnert viele an die Großmutter, ein bestimmtes Parfüm an einen Menschen, den man liebt - oder vermisst.

Im Mittelpunkt seines Buches stehen Heilpflanzen und Aromapflanzen, die im Alltag häufig vorkommen: Vanille, Zimt, Vetiver, Sandelholz und Orange gehören zu den wichtigsten, die Georg Schmitz-Remy beschreibt. Doch es geht ihm nicht nur um Botanik. Es geht um die Verbindung zwischen Geruch, Gefühl und Lebensgeschichte.

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„Die stille Kraft der Düfte" - Wenn Duft Erinnerungen weckt
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Jeder Mensch hat seine eigene Duftbiografie

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Warum riecht dieselbe Blume für zwei Menschen völlig unterschiedlich? Georg Schmitz-Remy hat eine klare Antwort: „Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Gefühle mit. Jeder hat seine eigene Duftbiografie." Diese entsteht über ein ganzes Leben - und prägt, was wir als angenehm, vertraut oder abstoßend empfinden.

Daraus folgt für ihn eine faszinierende Idee: „Vielleicht schreiben wir alle im Laufe unseres Lebens eine eigene Autobiografie - aber nicht nur in Worten, sondern auch in Düften."

Und Parfüm? Das ist für ihn mehr als ein Accessoire: „Parfüm ist praktisch Kleidung - aber unsichtbar und duftend." Wer sich jeden Tag anders kleidet, darf sich auch jeden Tag einen anderen Duft auflegen. Morgens frisch und leicht, abends elegant - je nach Stimmung und Anlass.

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Düfte und Wohlbefinden: Achtsamkeit statt Wundermittel

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Können Düfte wirklich heilen? Georg Schmitz-Remy bleibt ehrlich: „Ein guter Duft löst nicht unsere Probleme. Aber er kann einen kleinen Raum schaffen, in dem wir uns für einen Moment wohler fühlen." Für ihn ist Achtsamkeit das Schlüsselwort - bewusst riechen, bewusst wahrnehmen, Momente durch Düfte tiefer erleben.

In der Aromatherapie geht das noch weiter. Besonders in der Palliativversorgung, der Begleitung schwerstkranker Menschen, spielen Düfte eine wichtige Rolle. Pflegende fragen gezielt nach Lieblingsgerüchen - und nach Düften, die jemand nicht mag. Denn ein vertrauter Duft kann Trost spenden, wo Worte es nicht mehr können.

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Zu viel des Guten: Wenn Düfte zur Last werden

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Zu viel Duft - Radiobeitrag mit Georg Schmitz-Remy
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Raumspray, Wäscheparfüm, parfümiertes Duschgel, Shampoo, Creme - und dann noch das Parfüm obendrauf. Unser Alltag steckt voller Düfte. Und das, sagt Georg Schmitz-Remy, kann zum Problem werden.

„Menschen müssen sich zwischendurch einfach mal entduften. Es ist genau das Gleiche mit Musik - man würde ja auch nicht den ganzen Tag nur beschallt werden wollen." Wer ständig von Düften umgeben ist, verliert die Fähigkeit, sie wirklich wahrzunehmen. Und mehr noch: „Es kann auch ein Zuviel an Düften sein." Allergien und Duftsensibilität sind keine Seltenheit. Wer merkt, dass ihm Düfte zu viel werden, sollte das ernst nehmen - und offen ansprechen.

Ein einfaches Hausmittel gegen Duftüberflutung? Kaffeebohnen. Eine Handvoll davon riechen neutralisiert die Sinne und setzt sie quasi zurück - praktisch nach dem Parfümeriebesuch, aber auch im Kühlschrank.

Dazu kommt: Duftmarketing ist längst allgegenwärtig. „Wir sind dazu übergegangen, dass wir mit Duftmarketing ganz viel zugeballert werden - egal ob im Auto, im Hotel oder im Supermarkt", so Georg Schmitz-Remy. Wer das erkennt, kann bewusster entscheiden, welche Düfte er wirklich in sein Leben lässt.

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„Die stille Kraft der Düfte" - Wenn Duft Erinnerungen weckt
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Die Nase - das unterschätzte Sinnesorgan

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Sehen, Hören, Schmecken - diese Sinne stehen im Mittelpunkt. Das Riechen fristet dagegen oft ein Schattendasein. Für Georg Schmitz-Remy ist das ein Fehler: „Die Nase wurde nie als wichtiges Sinnesorgan angesehen - und das finde ich ganz, ganz schade."

Dabei kann die Nase erstaunlich viel. Im Mittelalter nutzten Apotheker und Ärzte den Geruchssinn als diagnostisches Mittel - sie erschnüffelten buchstäblich, was mit einem Patienten nicht stimmte. Auch heute noch liefert die Nase medizinische Hinweise: Ein Azetongeruch im Atem kann auf Diabetes hindeuten. Und speziell ausgebildete Hunde riechen sogar Unterzuckerungen, bevor der Mensch sie selbst bemerkt.

Sein persönlicher Lieblingsduft? Weihrauch. Als ehemaliger Messdiener verbindet Georg Schmitz-Remy damit Stille, Erdung und Gebet. Und er sagt mit einem Schmunzeln: „Die Kirche hat das älteste Duftmarketing erfunden - den Weihrauch."

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Das Buch: „Die stille Kraft der Düfte - Von Heilpflanzen, Erinnerungen und der Sprache der Aromen"

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„Die stille Kraft der Düfte - Von Heilpflanzen, Erinnerungen und der Sprache der Aromen" von Georg Schmitz-Remy aus Billerbeck ist im Buchhandel erhältlich.

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„Die stille Kraft der Düfte" - Wenn Duft Erinnerungen weckt
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