
Frauen bekommen in Deutschland durchschnittlich 26 Prozent weniger Rente als Männer. Gleichzeitig fühlt sich nicht einmal die Hälfte der berufstätigen Frauen ausreichend auf die eigene Altersvorsorge vorbereitet. Wie sich das ändern lässt und warum es dafür keine großen Geldbeträge braucht, ist heute (28. Oktober) Thema beim dritten Female Finance Day in Münster.
Weniger Gehalt, längere berufliche Auszeiten und häufiger Teilzeit: Frauen stehen bei der Altersvorsorge oft schlechter da als Männer. Laut OECD lag ihre durchschnittliche Rente 2024 in Deutschland 26 Prozent unter der von Männern. Hinzu kommt, dass sich nur 44 Prozent der erwerbstätigen Frauen mit ihren Plänen für die Altersvorsorge sicher fühlen. Bei den Männern sind es 61 Prozent.
Diese Unterschiede werden als Gender Pension Gap bezeichnet. Dahinter steckt ein Problem, das viele Frauen betrifft: Wer weniger verdient oder wegen der Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen beruflich kürzertritt, zahlt häufig auch weniger in die Rentenkasse ein.
Female Finance Day in Münster: Frauen sprechen über Geld
Genau hier setzt der dritte Female Finance Day an. Der Businessclub Frauen u(U)nternehmen lädt heute von 13 bis 18 Uhr in die IHK Nord Westfalen nach Münster ein.
Margret Homann aus Dülmen ist Vorsitzende des Netzwerks und möchte Frauen dazu ermutigen, sich stärker mit ihren eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Denn finanzielle Unabhängigkeit beginnt vor allem damit, sich Wissen anzueignen und die eigenen Möglichkeiten kennenzulernen.
Beim Female Finance Day erklären Expertinnen aus der Finanzwelt und Rentenberatung unter anderem, wie Frauen Vermögen aufbauen, fürs Alter vorsorgen und finanzielle Risiken absichern können.
Auf dem Programm stehen Vorträge und Workshops zu ETFs, gesetzlicher Rente, Fördermöglichkeiten und privater Altersvorsorge. Zu den Referentinnen gehören Katharina Brunsendorf von Scalable Capital und die Finanzkolumnistin Dr. Christiane von Hardenberg.
7 Tipps: So können Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen
1. Einen Überblick über die eigenen Finanzen schaffen
Wie viel Geld kommt monatlich rein? Wie viel geht raus? Und welche Ausgaben lassen sich reduzieren? Ein Haushaltsbuch oder eine Budget-App helfen dabei, Einnahmen, Ausgaben und mögliche Sparbeträge sichtbar zu machen.
2. Die eigene Rentenlücke kennen
Wie hoch wird die gesetzliche Rente voraussichtlich ausfallen? Die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung gibt eine erste Orientierung. Wer weiß, wie viel Geld im Alter voraussichtlich zur Verfügung steht, kann gezielter vorsorgen.
3. Früh anfangen – auch mit kleinen Beträgen
Für den Vermögensaufbau braucht es nicht unbedingt ein großes Einkommen. Schon kleine, regelmäßige Sparbeträge können langfristig einen Unterschied machen. Entscheidend sind die eigene finanzielle Situation und ein realistischer Plan.
4. Sich mit ETFs beschäftigen
ETFs sind börsengehandelte Fonds, die beispielsweise einen Aktienindex abbilden. Breit gestreute ETFs können eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit sein, langfristig Vermögen aufzubauen. Allerdings schwanken die Kurse, und Verluste sind möglich. Deshalb eignen sie sich vor allem für Geld, das langfristig nicht benötigt wird.
5. Einen Notgroschen aufbauen
Eine unerwartete Autoreparatur oder eine kaputte Waschmaschine können schnell teuer werden. Eine finanzielle Reserve auf einem gut zugänglichen Konto, beispielsweise einem Tagesgeldkonto, schützt davor, bei jeder größeren Ausgabe einen Kredit aufnehmen zu müssen.
6. Finanzielle Unabhängigkeit auch in Beziehungen bewahren
Ein eigenes Konto, eigene Rücklagen und ein Überblick über gemeinsame Verträge sind wichtig. Besonders bei längeren beruflichen Auszeiten oder Teilzeitarbeit lohnt es sich, über einen finanziellen Ausgleich innerhalb der Partnerschaft zu sprechen.
7. Fragen stellen und unabhängige Beratung nutzen
Niemand muss Finanzexpertin sein, um anzufangen. Die Verbraucherzentralen und die Deutsche Rentenversicherung bieten Informationen und Beratung an. Wichtig ist, Finanzprodukte zu verstehen, bevor Verträge abgeschlossen oder größere Beträge investiert werden.
Der Female Finance Day im Überblick
Wann? Mittwoch, 28. Oktober 2026, 13 bis 18 Uhr, Einlass ab 12.30 Uhr
Wo? IHK Nord Westfalen, Bildungszentrum, Sentmaringer Weg 61, Münster
Was? Vorträge, Workshops und Gespräche mit Finanzexpertinnen zu Vermögensaufbau, Geldanlagen und Altersvorsorge
Für wen? Frauen jeden Alters – von Schülerinnen und Studentinnen bis zu Angestellten, Selbstständigen und Rentnerinnen
Kosten: Tickets ab 19,90 Euro, für Schülerinnen und Studentinnen kostenlos. eine spontane Teilnahme ist noch möglich.
Weitere Informationen gibt es HIER.
Weitere hilfreiche Informationen:
Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de
Deutsche Rentenversicherung: www.deutsche-rentenversicherung.de