
Von außen ist es ihnen nicht anzusehen, aber einige heimische Gartenpflanzen sind giftig und können somit lebensgefährlich sein – vor allem für Kinder und Haustiere. So verzeichnete der Giftnotruf Bonn im vergangenen Jahr mehr als 5.800 Beratungen zu Vergiftungen oder Vergiftungsverdachtsfällen mit Pflanzen. „Die Menschen im Kreis Coesfeld werkeln jetzt wieder im heimischen Garten und viele Kinder nutzen den Garten zum Spielen. Dabei sollten sie beachten, dass es dort auch giftige Pflanzen geben kann, die ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial für die eigene Gesundheit bergen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Michael Faust.
Giftige Heckenpflanze: Die Eibe
Wenn es um das Thema Giftpflanzen geht, denken viele Menschen zuerst an außergewöhnliche Pflanzen in den Tropen. Doch hierzulande ist zum Beispiel die Eibe als robuste Heckenpflanze sehr beliebt und wird häufig in Gärten angebaut. Fast alle Pflanzenteile sind giftig. In den Kernen ist die höchste Giftkonzentration. In den Nadeln, dem Holz und den Fruchtsamen steckt das giftige Alkaloid Taxin. Besonders gefährlich ist es, die Kerne zu kauen oder Nadeln zu sich zu nehmen.
Die gefährlichsten Giftpflanzen im Garten sind: Eisenhut, Engelstrompete, Herbstzeitlose, Eibe, Blauregen, Oleander, Thuja und Tollkirsche. Natürlich gibt es darüber hinaus noch eine Vielzahl weiterer für Menschen giftiger Pflanzen, die in vielen Gärten und Wohnbereichen zu finden sind. Deshalb ist es ratsam, sich bei Ungewissheit im Gartenfachmarkt zu informieren, bevor eine neue Pflanzenart den Weg in den eigenen Haushalt findet.
„Wer plant, seinen Garten zu bepflanzen oder Grünpflanzen in den Wohnbereich zu integrieren, sollte zunächst überlegen, von wem der Garten genutzt werden soll. Sind es ausschließlich Erwachsene, ist die Anpflanzung von Giftpflanzen eher unproblematisch. Gehören jedoch Kinder oder Haustiere zum Haushalt und könnten den Garten nutzen oder in der Wohnung mit Zimmerpflanzen in Kontakt kommen, bergen diese Pflanzen ein Gefahrenpotenzial“, rät Faust.
Im Falle einer vermuteten Vergiftung durch eine Pflanze gilt: Ruhe bewahren, Pflanzenteile aus dem Mund entfernen, Wasser trinken (Kinder ein bis zwei Gläser Wasser, Erwachsene zwei bis drei Gläser, nicht mehr), Pflanzenteile zur Bestimmung aufheben, kein Erbrechen auslösen und die Informationszentrale gegen Vergiftungen anrufen. Die Expertinnen und Experten der Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitäts-Klinikum Bonn (Giftnotruf Bonn) beraten rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0228-19240. Bei lebensbedrohlichen Symptomen ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Im Jahr 2024 erbrachte der Giftnotruf Bonn mehr als 5.800 Beratungen, die auf den Bereich ‚Pflanzen‘ entfielen. Der überwiegende Anteil an Beratungen erfolgte für Säuglinge im 1. Lebensjahr (1.093 Beratungen) und für Kleinkinder im Alter von einem bis vier Jahren (2.397 Beratungen). Petra Förster ist die stellvertretende Leiterin des Giftnotrufes Bonn und berichtet aus der Praxis: „Bei Säuglingen und Kleinkindern stehen die häufigsten Beratungsfälle im Zusammenhang mit Fragen zur Eibe (260 Anfragen) und zum Kirschlorbeer (218 Anfragen). Doch die Oberärztin kann etwas beruhigen: „In den allermeisten Fällen ist die versehentliche Aufnahme von kleinen Mengen an Pflanzenteilen unkritisch. Aber im Zweifelsfall sollen und dürfen besorgte Eltern gerne bei uns anrufen.“
Weitere Informationen zu giftigen Gartenpflanzen unter Giftzentrale Bonn - GIZBonn.