
Der Mitgliederschwund geht weiter. Mit einem Minus von 2,2 Prozent im vergangenen Jahr fällt er sogar stärker aus als im Jahr zuvor. Im Jahr 2022 war der Faktor der Austritte erstmals größer gewesen als der Faktor der Sterbefälle. Auch dieser Trend setzte sich in 2023 fort.
Die Gründe für einen Austritt aus der Evangelischen Kirche sind vielfältig. Sie reichen insbesondere bei jüngeren Leuten von wirtschaftlichen Überlegungen bis hin zu einer zunehmenden generellen Entfremdung von kirchlichen Formen und Glaubensäußerungen. Viele Menschen, so zeigt es auch die aktuelle Studie der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, suchen und finden keinen Zugang mehr zu einer christlichen Kirche oder zu Religion schlechthin. „Wir befinden uns in einer Umbruchsphase, die Distanz der Menschen zur Kirche wächst erkennbar“, so Susanne Falcke, leitende Theologin des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken. „Auf der anderen Seite zeigen die Presbyterwahlen im Frühjahr, dass es nach wie vor viele Menschen gibt, die sich mit Herz und Verstand für ihre Kirche einsetzen, darunter auch erstaunlich viele junge Menschen. Erfreulich sei die Zahl der Aufnahmen: 101 Menschen mit Wohnsitz im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken entschieden sich 2023, Mitglied der Evangelischen Kirche zu werden – das ist der höchste Wert der vergangenen Jahre.