
KREIS: Bald kaum noch heimische Erdbeeren im Laden?
Vielen von Ihnen im Kreis Coesfeld achten darauf regionale Produkte zu kaufen. Heimische Erdbeeren dürften Sie künftig zumindest in den Supermärkten seltener finden. Für die neue Saison in einem Jahr planen viele Erdbeerbauern noch mehr als bisher auf den eigenen Verkauf zu setzen.
Veröffentlicht: Samstag, 06.08.2022 06:50
Die Gründe: Es kostet hier einfach mehr Erdbeeren zu produzieren als in anderen Ländern - unter anderem durch den höheren Mindestlohn. Die Großhändler und Supermarktketten greifen deshalb vermehrt zu günstiger Ware aus dem Ausland. Der Hof Rahmann in Coesfeld zum Beispiel hat deshalb entschieden seine Erdbeeranbau-Fläche zu halbieren und nur noch selbst zu verkaufen. Für den Hof Schulze Pals aus Lüdinghausen ist klar: Er bleibt dabei die Früchte selbst zu verkaufen oder zum selber Pflücken anzubieten. Die großen Supermarktketten zahlen zu wenig, sie kaufen günstigere Ware im Ausland. Für den Hof Pröbsting in Nordkirchen hat es sich in diesem Jahr noch gelohnt Erdbeeren an inhabergeführte Läden zu verkaufen, grundsätzlich geht er aber davon aus, dass künftig immer weniger heimische Erdbeeren in den Supermärkten landen. Auch die Familie Wigger aus Lette sagt: Vernünftige Löhne zahlen und dabei noch ein bisschen verdienen - das funktioniert nur noch mit dem direkten Verkauf. Dem Hof Heilers-Lülf in Billerbeck macht zusätzlich der Klimawandel Sorgen. Dürre und Hitze nehmen zu, Bewässerungsanlagen laufen öfter, das treibt die Kosten noch weiter in die Höhe. Der heimische Obstbau-Verband beobachtet einen ähnlichen Trend bei anderen Obstsorten. Himbeeren beispielsweise gebe es selbst mitten in der Haupterntezeit kaum aus heimischen Anbau in den Supermärkten.