
KREIS: Fazit Politikwissenschaftler zu Landtagswahlen
Zum ersten Mal seit 1945 ist in Deutschland eine rechtsextreme Partei stärkste Kraft bei einer Landtagswahl geworden. Die AfD von Björn Höcke landet in Thüringen auf Platz 1. In Sachsen landet die AfD knapp hinter der CDU auf Platz 2.
Veröffentlicht: Montag, 02.09.2024 04:29
Radio Kiepenkerl Politikwissenschaftler Klaus Schubert von der Uni Münster sagt mit Blick auf die Wahlergebnisse der AfD: Sorgen um die Demokratie in Deutschland müsse man sich nicht machen, eher Sorgen darüber, wie die demokratischen Parteien eine Antwort auf die Herausforderung der AfD finden. Klaus Schubert denkt hier vor allem an zwei Punkte: Die AfD werde in den ostdeutschen Ländern als "Kümmererpartei" wahrgenommen, gleichzeitig hätte die AfD aber die neuen Medien clever genutzt, um ihre politische Botschaft in die Fläche zu bringen. Davon müssten die etablierten Parteien lernen, dass nicht nur die Städte wichtig sind, sondern dass man die jungen Leute mit den jungen Medien ganz einfach erreichen kann. Und Stichwort Regierungsbildungen: Nach dem AfD-Triumph in Thüringen und Sachsen müssen die anderen Parteien wohl ungewöhnliche Bündnisse schmieden. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht hat hohe Gewinne eingefahren: Das BSW landet in beiden Bundesländern aus dem Stand auf Platz 3. Hohe Verluste gibt es bei der Linken. Die FDP spielt in beiden Bundesländern keine Rolle mehr und holt um die 1%. FDP-Vize Wolfgang Kubicki fordert nach dem Wahldebakel in Thüringen und Sachsen Konsequenzen für die Bundesregierung. Die Ampel habe ihre Legitimation verloren, sagt er.