
Der Fachkräftemangel bleibt im Kreis Coesfeld das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen. Trotz der Konjunkturflaute. Das betonte jetzt der Regionalausschuss der Industrie- und Handelskammer für den Kreis Coesfeld auf seiner vergangenen Sitzung. Nirgendwo in NRW ist die Arbeitslosigkeit niedriger. Und folglich wohl auch der Mangel an Fachkräften größer als hier, heißt es. Es gelte eine umfassende Strategie zu erarbeiten, um den Fachkräftemangel zu bewältigen. Ein Ansatz dabei werde mit Sicherheit das Automatisieren von Arbeitsprozessen sein - ist der IHK-Vizepräsident überzeugt. Wie das aussehen könnte, davon haben sich die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Coesfeld vor der Sitzung direkt ein Bild gemacht. Denn die Sitzung fand beim Klinkerhersteller Hagemeister in Nottuln statt. Dieser sei schon ein echter Pionier was die Themen Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit angehe. Die Firma hat schon fünf Roboter im Einsatz. Sie leisten dreimal so viel wie gleich viele Menschen leisten. In einer neuen Produktionshalle setzt das Unternehmen Bodenfahrzeuge ein, die über das Firmen-WLAN automatisch selbst gesteuert, ohne Fahrer unterwegs sind. In Zukunft sollen produzierende Maschinen noch mit den Verwaltungssystemen vernetzt sein. Kunden könnten beispielsweise sehen, wo an welcher Stelle des Produktions- und Lieferprozesses ihre Steine sich befinden. Rund um die Energiewende hat der Unternehmer schon geprüft, ob Wasserstoff anstelle von Erdgas zur Befeuerung des Ofens zum Einsatz kommen könnte. Ja - aber: zu teuer und noch fehlt es an Wasserstoffleitung. Wasserstoff kostet aktuell noch rund zehnmal so viel wie Erdgas.