
Die Gesundheitsminister der Länder beraten, ob alle ab 12-Jährigen ein Impfangebot bekommen sollen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt das bislang nicht ausdrücklich, die Datenlage darüber sei zu mager. Die Kinderärztin Barbara Middendorf-Brummel aus Olfen zum Beispiel ist da ziemlich kritisch. Es sollten Fachleute und nicht Politiker sein, die eine so wichtige medizinische Entscheidung treffen. Sie vertraut der STIKO, also der Ständigen Impfkommission und findet, dass sie noch etwas Zeit bekommen sollte, um Studienergebnisse genau einschätzen zu können. In Coesfeld sieht das der Kinderarzt Rolf Lütkemeier genauso. Der Verdacht, dass für Jugendliche eine erhöhte Gefahr besteht, nach dem Impfen eine Herzmuskelentzündung zu bekommen, sollten die Experten erstmal genauestens überprüfen. Die Kinderärztin Nuray Örge aus Dülmen schätzt das Risiko eher gering ein. Sie ist dafür allen 12- bis 17-Jährigen in Deutschland ein Impfangebot zu machen, auch wenn die STIKO das noch nicht ausdrücklich empfiehlt. Die Politiker erhoffen sich durch die Impfkampagne bei jungen Menschen einen sichereren Start des neuen Schuljahrs.