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KREIS: Mehr Mediennutzung bei Kindern im Corona-Lockdown
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KREIS: Mehr Mediennutzung bei Kindern im Corona-Lockdown

Viele von Ihnen im Kreis Coesfeld haben es während des Corona-Lockdowns bei sich selbst bemerkt: Sie haben wesentlich mehr Zeit als vorher am Smartphone oder Computer verbracht.

Veröffentlicht: Mittwoch, 29.07.2020 12:40

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Bei Kinder und Jugendlichen hat sich das noch wesentlich stärker entwickelt, wie heute eine neue Studie von Forschern in Zusammenarbeit mit der DAK-Krankenkasse zeigt. Fotos auf Instagram posten, mit Freunden über Whatsapp schreiben oder Videospiele spielen: Das hat bei den Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen, als die Schulen geschlossen hatten. Sie haben 75 Prozent mehr Zeit mit digitalen Spielen verbracht. Mit 66 Prozent sieht der Anstieg bei sozialen Medien wie YouTube, Facebook und Instagram ähnlich aus. Schulsozialarbeiter Tobias Höning aus Lüdinghausen überrascht dieses Ergebnis nicht. Sämtliche soziale Kontakte seien in der Corona-Zeit komplett weggebrochen. Der einzige Weg mit Kita- oder Schulfreunden im Kontakt zu bleiben, war für sie, soziale Medien zu nutzen oder gemeinsam Online-Spiele zu spielen.

Alarmierend sei jedoch aus Sicht der DAK-Krankenkasse: Bei etwa jedem zehnten Kind (13% Videospiele, 11 % soziale Medien) ist die Art und Weise, wie es soziale Medien oder Videospiele nutzt, riskant oder nimmt Sucht-Form an. Zum Beispiel dadurch, dass es negative Folgen wie schlechtere Noten oder Streit in der Familie in Kauf nimmt. Heißt aber im Umkehrschluss auch: Beim Großteil der Kinder und Jugendlichen besteht keine Suchtgefahr, wenn es um das Nutzen von Smartphones und Videospielen geht.

Kinder und Jugendliche haben mehr Zeit damit im Lockdown verbracht, weil sie etwas gegen die Langeweile Zuhause unternehmen wollten und um soziale Kontakte zu Schulfreunden zu pflegen. Das sei auch ganz normal, sagt Schulsozialarbeiter Tobias Höning, denn Kinder und Jugendliche kennen den Umgang mit dem Internet von klein auf - anders als ihre Eltern, die früher mit ihren besten Freunden beispielsweise oft telefoniert haben.

Mittlerweile befindet sich der Kreis Coesfeld nicht mehr im Lockdown. Geschäfte haben geöffnet und in zwei Wochen soll die Schule wieder normal losgehen. Wenn Eltern merken, dass ihre Kinder trotzdem noch viel zu lange Online-Medien nutzen, rät Tobias Höning Folgendes: Setzen Sie sich zu den Kindern schauen Sie sich an, was sie genau im Internet machen. Wichtig sei es, Verständnis zu zeigen und anschließend bestimmte Zeitfenster festzulegen, in denen die Kinder und Jugendlichen Videospiele spielen oder auf sozialen Medien aktiv sind. Mehr zusammen mit der Familie etwas in der Freizeit zu unternehmen, helfe ebenfalls.

Denken Eltern, dass die Gefahr einer Sucht besteht, können sie sich hier Tipps holen. Außerdem bietet die Arbeitswohlfahrt in einer speziellen Sucht- und Drogenberatungsstelle in Dülmen Hilfe an.


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