
Bemerken Städte und Gemeinden im Kreis einen Anstieg der OGS-Zahlen? In Dülmen sei die Nachfrage schon seit zehn Jahren kontinuierlich steigend - unabhängig vom Rechtsanspruch. Wahrscheinlich sei irgendwann ein Höhepunkt erreicht, aber erstmal sei die Stadt vorbereitet, dass das noch ein bisschen so weitergeht. In Lüdinghausen haben knapp 50 Kinder mehr sich für einen OGS-Platz angemeldet. Ascheberg und Nordkirchen bemerkten dagegen keinen Anstieg. In Coesfeld mache sich der neue OGS-Rechtsanspruch mit einem Plus von noch nichtmal 10 Kindern kaum bemerkbar.
Wichtig sei dabei jetzt: gute Bildung entsteht durch Menschen, die Zeit für Kinder haben. Ganztag muss mehr sein, als nur Aufbewahrung bis zum Nachmittag, sagt der Lehrerverband Bildung und Erziehung im Kreis. Ähnlich sieht es die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Kreis. Eine große Umfrage der Gewerkschaft hätte gezeigt. 95% der OGS-Beschäftigten arbeiten demnach sehr gerne in ihrem Beruf - gleichzeitig könnten 60% aber finanziell nicht davon leben. Die OGS-Umsetzung dürfe nicht einfach auf den Schultern der Beschäftigten abgeladen werden - und auch nicht nur auf Städte und Gemeinden. Bund und Land seien gefordert, mehr Gelder zuzusteuern. Und: um neue Fachkräfte zu gewinnen und bisherige zu halten brauche es gute Bezahlung, verlässliche Verträge und genügend Zeit für pädagogische Arbeit - sowie genügend vernünftige OGS-Räume - sowohl für Schüler als auch die OGS-Beschäftigten.
Die Stadt Lüdinghausen hat dafür z.B. zuletzt die Ludgerischule entsprechend umgebaut. Für die Nachfrage im aktuellen Schuljahr reiche das aus. Als nächstes starten Arbeiten um auch die Ostwall- und die Mariengrundschule entsprechend zu erweitern. Auch die Stadt Coesfeld baut aktuell noch mehrere Grundschulen weiter aus. In Nordkirchen plant die Gemeinde gerade einen Erweiterungsbau der Mauritiusschule - die Grundschule in Südkirchen ist schon entsprechend ausgebaut. In Olfen befindet sich die Erweiterung der Wieschhofschule im zweiten Bauabschnitt. Der erste ist schon fertig. Die Stadt Dülmen sagt sie habe in den vergangenen Jahren alles getan, um in dem Bereich möglichst gut aufgestellt zu sein - so könnte schon jetzt jede OGS-Anmeldung berücksichtigt werden - nicht nur die von Erstklässlern. Die Stadt kritisiert aber: das Land beschließt einen Rechtsanspruch, Fördergeld dafür gebe es aber einfach zu wenig, sagen auch Ascheberg, Lüdinghausen und Olfen.