
Während Obstbauern in Deutschland den Mindestlohn zahlen und strenge Auflagen zum Beispiel beim Pflanzenschutz erfüllen, produzieren ausländische Betriebe mit weniger Regeln häufig günstiger. Angesichts des unfairen Wettbewerbs geben immer mehr heimische Betriebe auf. Sichere und gute Lebensmittel aus der Region haben ihren Preis, sagt Obstbauer Andreas Rahmann aus Coesfeld. Die Politik müsse dafür sorgen, dass diese nicht wegen ausländischer Billigproduktionen verramscht werden. Auch Kunden müssten ein Bewusstsein entwickeln, dass nicht nur der Preis, sondern auch regionale Frische und Qualität zählen.
Es gehe nicht nur um das Überleben der heimischen Betriebe, sondern auch um die Versorgungssicherheit, sagt der Sendener Obstbauer, Elmar Grothues. In einem gewissen Grad unabhängig von ausländischen Lebensmitteln zu sein, sei wichtig um Preisschwankungen zu reduzieren und für Krisen gewappnet zu sein.
Ähnlich sieht es Sophia Giesen vom Ostanbaubetrieb Pröbsting in Capelle. Aus ihrer Sicht liegt das Problem allerdings nicht ausschließlich in der Konkurrenz durch Importe aus EU-Ländern mit niedrigeren Lohnkosten oder aus Drittländern. Ein großes Problem seien die teilweise viel zu niedrigen Verkaufspreise für deutsche Erdbeeren im Lebensmitteleinzelhandel. Hier sehe sie sowohl die Betriebe, die zu solchen Preisen liefern, als auch den Lebensmitteleinzelhandel selbst in der Verantwortung. Dauerhafte Niedrigpreisangebote vermittelten den Verbraucherinnen und Verbrauchern ein falsches Bild vom tatsächlichen Wert regional erzeugter Lebensmittel und setzten die gesamte Branche unter Druck.