
KREIS: Über Solaranlage in Ruhe entscheiden
Viele Hauseigentümer bekommen im Moment Anrufe oder Angebote von Anbietern von Solaranlagen. Oft ist das mit dem Hinweis verbunden, dass es künftig sehr viel weniger Geld für eingespeisten Strom geben soll. Die ehrenamtliche BürgerSolarBeratung Coesfeld-Rosendahl warnt heute sich unter Zeitdruck setzen zu lassen.
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Die geplante Änderung ist noch kein Gesetz: Nach Angaben der Bundesnetzagentur gilt das bisherige EEG 2023 bis zum 31. Dezember 2026, eine Nachfolgeregelung befindet sich in der parlamentarischen Beratung. Beschlossen ist nichts, und auch die EU-Kommission muss noch zustimmen. Nach aktuellem Stand erhielten neue kleine Dachanlagen statt der laut Bundesnetzagentur derzeit geltenden 7,70 Cent je Kilowattstunde über 20 Jahre nur noch etwa 5,2 Cent für drei Jahre, danach müsste der Strom direkt vermarktet werden. Die fest zugesagten Einspeiseerlöse sänken damit um rund 90 Prozent. Wichtig für alle, die jetzt noch handeln wollen: Maßgeblich ist nicht der Tag der Unterschrift, sondern der Tag der Inbetriebnahme, denn nach ihm richtet sich laut Bundesnetzagentur der Fördersatz. Wer 2026 einen Vertrag abschließt, dessen Anlage aber erst 2027 in Betrieb geht, fiele bereits unter die neuen Regeln. „Angesichts voller Auftragsbücher werden viele Betriebe eine Inbetriebnahme bis Jahresende nicht mehr verbindlich zusagen können“, sagt Werner Krebbing von der
BürgerSolarBeratung. „Wer jetzt unter Zeitdruck teuer kauft, riskiert, am Ende trotzdem die Bedingungen von 2027 zu bekommen.“
Gleichzeitig warnt die Beratung davor, das Thema Photovoltaik deshalb ganz abzuschreiben. Der wirtschaftliche Kern einer PV-Anlage liegt schon heute nicht in der Einspeisevergütung, sondern im selbst genutzten Solarstrom. Jede Kilowattstunde, die im eigenen Haushalt verbraucht wird, ersetzt Netzstrom zu aktuell rund 30 bis 40 Cent. Eingespeist bringt dieselbe Kilowattstunde heute weniger als 8 Cent. Eine passend dimensionierte Anlage rechnet sich deshalb auch dann, wenn die Einspeisevergütung künftig wegfällt. Entscheidend ist die richtige Größe. Nach den Erfahrungen der BürgerSolarBeratung sind bei einem Jahresverbrauch bis etwa 3.500 Kilowattstunden oft schon vier bis acht Module mit einem kleinen Speicher die wirtschaftlichere Lösung. Größere Anlagen mit 16 und mehr Modulen werden erst bei deutlich höherem Verbrauch interessant, etwa wenn ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe hinzukommt. Sinkt die Einspeisevergütung wie geplant, verschiebt sich diese Grenze weiter nach oben. „Gerade kleine Anlagen sind von der Reform am wenigsten betroffen, weil sie ihren Strom zum größten Teil im eigenen Haushalt verbrauchen und kaum auf die Einspeisevergütung angewiesen sind“, erklärt Stefan Ebler. „Wer seine Anlage am eigenen Verbrauch ausrichtet statt an der Dachfläche, investiert weniger und spart trotzdem jedes Jahr spürbar Stromkosten.“ Der Rat der Beratung lautet daher: nicht maximal groß, sondern maximal wirtschaftlich planen. Die BürgerSolarBeratung Coesfeld-Rosendahl bietet eine kostenlose und anbieterunabhängige Beratung an. Interessierte können sich an die BürgerSolarBeratung unter info@bsb-coesfeld.de wenden.