
Die Bundesregierung hat heute schärfere Regeln auf den Weg gebracht. In der Fleischindustrie sind Werkverträge ab dem kommenden Jahr verboten. Mitarbeiter, die Tiere schlachten, müssen fest angestellt sein. Hält sich ein Betrieb da nicht dran, muss er künftig doppelt so viel Strafe zahlen wie bisher. Endlich tut sich was, sagt Ortwin Bickhove-Swiderski aus Rorup vom Deutschen Gewerkschaftsbund im Kreis Coesfeld. Wichtig sei künftig aber auch schärfer zu kontrollieren und dafür zu sorgen, dass die oft ausländischen Arbeiter bessere Unterkünfte bekommen. Der Bundestag muss den Plänen noch zustimmen. Das dürfte aber klappen, weil sich Politiker über Parteigrenzen hinweg für schärfere Regeln aussprechen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann aus Havixbeck sieht keinen anderen Weg, als so die Rechte der Arbeiter zu verbessern. Freiwillige Chancen, daran etwas zu ändern, hätten die Betriebe nicht genutzt. Der heimische Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff von den Grünen ist froh, dass das unseelige Ausbeuten von ausländischen Arbeitern endlich ein Ende haben soll. Er macht sich keine Sorgen, dass die Fleischindustrie sich jetzt ins Ausland verlagern könnte, weil dort ebenfalls strenge Auflagen herrschen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Andre Stinka aus Dülmen hofft, dass diese neuen Regeln künftig auch der Maßstab für andere Branchen sind, um allgemein Arbeitsbedingungen zu verbessern.