Anzeige
KREIS: Wärmenetzwerke statt Gasheizungen
Teilen:

KREIS: Wärmenetzwerke statt Gasheizungen

Das beschäftigt viele von Ihnen im Kreis Coesfeld. In zwei Jahren könnte es verboten sein neue Gasheizungen einzubauen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 13.07.2022 15:28

Anzeige

Gleichzeitig kündigt die Bundesregierung neue Förderprogramme für klimafreundliche Alternativen an. Sie will unter anderem Wärmenetzwerke stärker fördern. Außerdem soll es eine Schulungsoffensive im Handwerk geben. Das zuständige Ministerium hat heute ein Sofortprogramm vorgestellt, um die bisher verpassten Klimaziele doch noch zu erreichen. Statt Gasheizungen also Wärmenetzwerke - lässt sich das hier im Kreis Coesfeld umsetzen? Genau mit dieser Frage haben sich Wissenschaftler der Fachhochschule Münster beschäftigt. Sie haben unter anderem nach Dänemark geschaut. Dort sind alle Städte und Gemeinden seit 1979 schon verpflichtet eine Wärmeleitplanung zu machen. Im Ergebnis sind heute dreiviertel der Häuser dort an ein Wärmenetz angeschlossen. Vereinfacht heisst das: Sie beziehen Wärme über ein Rohrsystem durch das heißes Wasser fließt. Hinnerk Willenbrink gehört zu dem Forscherteam und ist Experte für Wärmeleitplung. Er sagt: Bei den meisten Städten und Gemeinden im Kreis Coesfeld und dem Münsterland wäre es möglich sie zumindest teilweise an so ein Wärmenetz anzuschließen. Anfangs sei es wahrscheinlich nötig das Wasser für das Wärmenetz auch noch mit Gas zu erhitzen, dann könnte das schrittweise immer mehr mit alternativen Energien passieren, zum Beispiel über Biogas, Abwärme von Unternehmen oder auch Sonnenenergie. Der Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung sieht vor Städte und Gemeinden zu einer Wärmeleitplanung zu verpflichten. Im nächsten Jahr soll das kommen. Das geplante Verbot neuer Gasheizungen hält der Experte grundsätzlich für nötig, um den Umstieg auf erneuerbare Energie zu beschleunigen. Viel wichtiger als Neubauten in den Blick zu nehmen, sei aber den Wandel bei bestehenden Gebäuden zu fördern. Insofern sei es gut Förderprogramme auszubauen und Handwerker verstärkt für alternative Technologien zu schulen. Allerdings vermisst er Vorgaben, in welche Richtung sich die Wärmeversorgung künftig entwickeln soll. So eine Gesamtstrategie wäre wichtig, um alle anderen Massnahmen daran auszurichten.

Anzeige
Anzeige
Anzeige