
Zu diesem Fazit kommt heute die heimische Industrie- und Handelskammer. Sie hat eine Umfrage bei rund 500 Unternehmen zu ihrer aktuellen Situation und Aussichten für die kommenden Monate durchgeführt und heute ihre Ergebnisse dazu vorgestellt.
Aktuelle Situation
Immerhin bei jedem vierten befragten Unternehmen laufen die Geschäfte wieder ähnlich gut wie vor der Krise. Das sei erfreulich, sagt die Industrie- und Handelskammer. Der Handel schätzt seine Lage im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich gut ein. Die Menschen würden wieder mehr Geld ausgeben und einige Betriebe profitieren davon, dass sie ihr Onlinegeschäft ausgeweitet haben. In der Gastronomie sehen einige Wirte einen großen Vorteil darin, dass die meisten Gäste mittlerweile Tische reservieren. Einkäufe und Mitarbeiter ließen sich dadurch besser planen.
Schwieriger ist die Situation im Bereich Hotels. Hier leiden die Betriebe unter anderem darunter, dass viele Geschäftsreisen ausbleiben. Im Baugewerbe deutet sich an, dass die Folgen der Krise erst bald so richtig in der Branche ankommen. Der Grund: Die Unternehmer sind in Sorge, dass Städte und Gemeinden in den kommenden Monaten weniger Geld investieren. Bei ihnen ist die finanzielle Lage durch wegfallende Gewerbesteuern eher angespannt.
Ausblick auf die kommenden Monate
Die Industrie- und Handelskammer rechnet damit, dass es noch länger als ein Jahr dauert, bis die Wirtschaft in unserer Region wieder zu gewohnter Stärke zurückkehrt. Sorgen bereitet der IHK, dass Unternehmen wegen der unsicheren Aussichten kaum investieren wollen. Im Gegenteil: Über ein Drittel der Unternehmen will Ausgaben reduzieren. Kurzarbeit habe bislang eine Entlassungswelle verhindert. Die IHK schließt aber nicht aus, dass das noch kommen könnte. In der Umfrage hält fast jeder dritte Betrieb Entlassungen für möglich. Die große Mehrheit will aber die Mitarbeiter halten. Einige Unternehmen wollen sogar neue Stellen schaffen, insbesondere im Handel und Baugewerbe. Positiv sei außerdem: Mehr als die Hälfte der Unternehmen habe sich als krisenfest erwiesen, denn die Krise habe sich bislang nicht grundlegend auf die finanzielle Situation ausgewirkt.