
KREIS: Wirtschaftswissenschaftler zu gesunkener Inflation
Sie zahlen im Kreis Coesfeld und bundesweit für alles immer mehr und sind besorgt. Tatsächlich ist die Inflationsrate, also die Teuerungsrate, jetzt im Juni aber zumindest etwas gesunken. Das zeigen heute veröffentlichte Zahlen. Insgesamt eine gute Nachricht, sagt Wirtschaftswissenschaftler Aloys Prinz von der Uni Münster - endlich Durchatmen können wir deswegen aber leider nicht.
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.06.2022 16:44
Wegen des angedrohten Gasstopps aus Russland warten ja steigende Energiepreise auf uns. Und das bedeutet, dass die Inflationsrate weiter ansteigen wird bzw. nicht so weit zurückgehen wird wie die Geldpolitik das gerne möchte und wie sie es versucht, sagt der Wirtschafswissenschaftler. Das zweite mit dem wir rechnen müssten sei leider: wenn die Energiepreise steigen, steigen vermutlich auch wieder die Preise für Lebensmittel, denn in ihnen allen steckt notwendigerweise ein gewisser Anteil von Energie. Es sei richtig, dass die europäische Zentralbank zuletzt die Zinsen angehoben hat. Diese schnell noch weiter anzuheben sei aber jetzt ein weiterer wichtiger Schritt, um die Inflation auszubremsen. Bundeskanzler Olaf Scholz möchte kommende Woche mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern weitere Maßnahmen besprechen. Dass die Inflationsrate jetzt etwas zurückgegangen ist, liege vor allem daran, dass die Lockdowns in China zurückgehen und Lieferketten sich wieder neu aufbauen, sagt der Wirtschaftswissenschaftler. Außerdem habe sich die Überschussnachfrage, weil man weitere Preissteigerungen erwartet hat, abgemildert. Ob auch das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn und der Tankrabatt Effekte zeigen, bleibe abzuwarten, sagt der Wirtschaftswissenschaftler.