
KREIS: Wirtschaftswissenschaftler zur Rentenpaket-Abstimmung
Das geplante Rentenpaket packt die eigentlichen Probleme nicht an, sagt Wirtschaftswissenschaftler Aloys Prinz von der Uni Münster. Weil die Menschen länger leben und gleichzeitig weniger jüngere Menschen in die Rentenkasse einzahlen, führe kein Weg daran vorbei das Rentenalter zu erhöhen, um das System zukunftsfähig zu machen. Die geplante Abstimmung über das Rentenpaket am Freitag im Bundestag steht nach einer Probeabstimmung in der CDU/CSU-Fraktion weiter auf wackeligen Füßen. Es gab zahlreiche Nein-Stimmen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.12.2025 05:37
Junge Abgeordnete sehen zu viele Nachteile für ihre Generation. Es ist gut, dass junge Bundestagsabgeordnete von CDU und CSU im Streit um das Rentenpaket nicht klein beigeben, sagt der Wirtschaftswissenschaftler. Ihre Kritik, wonach die Reformen zu Lasten der jüngere Generation gehen, sei berechtigt. In einer Probeabstimmung in der Unions-Fraktion hatte zwar eine Mehrheit mit JA gestimmt, es gab aber auch zahleiche Stimmen dagegen. Damit wackelt die Mehrheit der schwarz-roten Regierungskoalition bei der offiziellen Abstimmung am Freitag im Bundestag weiter. Immerhin soll eine Kommission Vorschläge für die weitere Reform der Rentenversicherung erarbeiten. Die Frage sei allerdings wie schnell sie zu Ergebnissen kommt, die sich auch durchsetzen lassen. Die Unionsfraktion will es jetzt übrigens genau wissen - bis 12 Uhr heute Mittag sollen sich alle bei der Fraktionsführung melden, die am Freitag mit Nein stimmen würden. Dann blieben noch 48 Stunden für Einzelgespräche mit den Abweichlern. Der Wirtschaftswissenschaftler sagt: Es führe kein Weg an der Rente mit 70 vorbei - und Deutschland sollte von anderen Ländern lernen. Schweden könnte zum Beispiel ein Vorbild sein. Dort gibt es eine Mischung aus umlagefinanzierter und kapitalgedeckter Rente.