
Waren es vor zwei Jahren noch knapp 180 Hinweise auf eine mögliche Kindesgefährdung, rechnet das Kreisjungendamt in diesem Jahr mit über 200 Fällen. Nachbarn, Schulen oder Bekannte geben Hinweise. Das Kreisjugendamt erklärt sich den deutlichen Anstieg damit, dass die Menschen durch viele Missbrauchs-Skandale wie in Lügde in Ostwestfalen oder in Wesel sensibilisiert sind. Jedem Hinweis gehen die Mitarbeiter des Kreisjugendamtes nach. In 60 Prozent der Fälle habe sich der Verdacht nicht bestätigt. In vielen Fällen stellte sich aber auch heraus, dass Familien Hilfe brauchen. Hier hilft das Kreisjugendamt mit Angeboten und direkten Ansprechpartnern weiter. Am häufigsten habe das Kreisjugendamt mit vernachlässigten Kindern zu tun und an zweiter Stelle komme körperliche Gewalt an Kindern. Selten sei sexuelle Gewalt. Um frühzeitig bei möglichen Anzeichen auf Kindesgefährdung einzugreifen, arbeitet das Kreisjugendamt unter anderem mit Schulen, Kindergärten und Jugendtreffs zusammen.