
MÜNSTERLAND: Wie entwickelt sich die Pandemie weiter?
Die Omikron-Variante des Corona-Virus hat den Kreis Coesfeld fest im Griff. Die Ärztekammer für den Kreis und das Münsterland und die Uniklinik Münster haben heute gesagt, mit welcher weiteren Entwicklung sie rechnen.
Veröffentlicht: Freitag, 21.01.2022 16:32
Sie erwarten, dass der Druck auf die Krankenhäuser weiter steigt. Bis Ende März rechnen sie mit mehr Ungeimpften auf den Intensivstationen. Auch die Zahl der Menschen mit einer Omikron-Infektion werde sich erhöhen. Die bleiben im Schnitt aber nur halb so lange im Krankenhaus wie bei der Delta-Variante. Aber: Ärztekammer und Uni-Klinik Münster glauben, dass sich auch Mitarbeiter in den Krankenhäusern und Arztpraxen häufiger anstecken werden. Nicht, weil sie auf der Arbeit unvorsichtig wären. Sondern, weil sie sich außerhalb der Arbeit anstecken - zum Beispiel in der Familie. Das heißt: Es könnte sein, dass die Krankenhäuser auf ihre Notfallpläne ausweichen müssen. Wenn das der Fall ist, könnten zum Beispiel OPs, die nicht lebenswichtig sind, verschoben werden.
Regelchaos - trotzdem wird Deutschland beneidet
Außerdem war das Regelchaos in der Pandemie Thema. Das nervt viele von Ihnen. In jedem Bundesland andere Regeln, gefühlt geht jedes Gesundheitsamt anders mit der Pandemie um. Trotzdem sagt der Chef der Uni-Klinik Münster, Alex Friedrich, heute: Um den Umgang mit der Pandemie beneiden uns viele Länder. Gucken wir zum Beispiel mal rüber ins Nachbarland Holland. Da ist das Gesundheitssystem zentral organisiert, anders als bei uns. Hier im Kreis Coesfeld gibt es so viele Test- und Impfstellen, dass lange Wartezeiten eher die Ausnahme sind. In Holland müssten die Menschen für einen Test häufig weit fahren und manchmal stundenlang warten, sagt der Klinik-Chef. Und schauen wir noch nach Israel. Das Land ist ja schon ein bisschen weiter als Deutschland. Das ist gut für uns. Denn: Es gibt dank der Impfungen in Israel jetzt schon Hinweise darauf, wie eine vierte Impfung gegen die Omikron-Variante wirken könnte. Erste Daten zeigen, das es wohl besser wäre auf einen Impfstoff zu warten, der dann schon an die Delta- und die Omikron-Variante angepasst ist. Die Uni-Klinik hofft, dass ein neuer Impfstoff im Frühjahr verfügbar ist. Dann müssten Arztpraxen und Impfzentren schnell dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen geimpft werden.