Neuer Bußgeldkatalog - So ändern sich die Bußgelder für Autofahrer

Der neue Bußgeldkatalog wurde nach vielen Streitigkeiten vom Bundesrat verabschiedet. Schon letztes Jahr gab es den Versuch Bußgelder zu erhöhen und die Regeln zu verschärfen. doch ein Formfehler verhinderte das.

Die Politik will Radfahrer besser schützen. Dabei sollen die neuen Strafen helfen und Autofahrer abschrecken. Es gibt aber schon bedenken. So rechnet der Verkehrsausschuss des Bundesrates schon jetzt mit einer Überforderung der Bußgeldstellen und bittet die Bundesregierung um eine Prüfung der Erhöhung der Verwarngeldgrenze.

Der neuer Bußgeldkatalog 2021

Im Schnitt werden die Bußgelder für die Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem neuen Bußgeldkatalog doppelt so teuer. So müssen Autofahrer, die bis zu 10 km/h zu schnell sind, innerorts künftig 30 Euro statt 15 Euro zahlen. Wer 16 bis 20 km/h zu schnell fährt, zahlt dann 70 Euro statt 35 Euro innerorts. Bei 41 km/h mehr sind es dann 400 statt 200 Euro. Zusätzliche Fahrverbote, die beim letzten Versuch den neuen Bußgeldkatalog zu verabschieden, wird es nicht mehr geben. Verkehrsteilnehmer, die innerorts ein 30er-Schild übersehen, müssen den Führerschein also nicht mehr abgeben. Fahrverbote ab 21 km/h innerorts sowie 26 km/h außerorts sind im neuen Bußgeldkatalog nicht mehr vorgesehen. 

Pkw: Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit innerorts - das sind die neuen Bußgelder

bis 10 km/h - 30€

11-15 km/h - 50€

16-20 km/h - 70€

21-25 km/h - 115€ + 1 Punkt

26-30 km/h - 180€ + 1 Punkt, 1 Monat Fahrverbot (wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt)

31-40 km/h - 260€ + 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

41-50 km/h - 400€ + 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

51-60 km/h - 560€ + 2 Punkte, 2 Monat Fahrverbot

61-70 km/h - 700€ + 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

über 70 km/h - 800€ + 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

Pkw: Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit außerorts - das sind die neuen Bußgelder

bis 10 km/h - 20€

11-15 km/h - 40€

16-20 km/h - 60€

21-25 km/h - 100€ + 1 Punkt

26-30 km/h - 150€ + 1 Punkt, 1 Monat Fahrverbot (wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt)

31-40 km/h - 200€ + 1 Punkt, 1 Monat Fahrverbot (wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt)

41-50 km/h - 320€ + 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

51-60 km/h - 480€ + 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

61-70 km/h - 600€ + 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbot

über 70 km/h - 700€ + 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

Falschparken wird teurer

Zusätzlich zu den Geschwindigkeitsverstößen soll auch das Parken und Halten auf Geh- und Radwegen sowie das Halten in zweiter Reihe und auf Schutzstreifen teurer werden. Bis zu 110 Euro können dafür zukünftig anfallen. So sollen künftig Radfahrer und andere schwächere Verkehrsteilnehmer besser geschützt werden. Bei diesen Verstößen gibt es aber noch eine weitere wesentliche Neuerung. Bisher ging man davon aus, dass von stehenden beziehungsweise parkenden Fahrzeugen keine Gefährdung oder Sachbeschädigung ausgehen kann. Das ändert sich mit dem neuen Bußgeldkatalog.

Eine komplette Übersicht aller Änderungen findet ihr HIER