
Tafeln im Kreis gegen bundesweiten Trend
Im Kreis Coesfeld geht es den Menschen überdurchschnittlich gut. Das zeigen die aktuellen, bundesweiten Zahlen der Tafeln in Deutschland. Während bundesweit immer mehr und immer ältere Menschen bei den Tafeln Lebensmittelspenden erhalten, bleiben die Zahlen bei uns im Kreis gleich.
Veröffentlicht: Mittwoch, 18.09.2019 15:47
Einige Menschen im Kreis Coesfeld haben wenig Geld. Können sich kaum Lebensmittel leisten. Diesen Menschen helfen die Tafeln bei uns im Kreis Coesfeld - unter anderem mit Lebensmittelspenden. Deutschlandweit gibt es immer mehr Menschen, die die Hilfe der Tafeln in Anspruch nehmen. Das zeigen die heute in Berlin veröffentlichten, bundesweiten Zahlen der Tafeln. Dieser bundesweite Trend bestätigt sich bei uns im Kreis aber nicht!
Bei den Tafeln - unter anderem in Dülmen, Ascheberg und Coesfeld - steigt die Zahl der Hilfesuchenden tatsächlich nicht an. Höchstens mal um ein, zwei Menschen, aber das sei nicht der Rede wert. In Ascheberg zum Beispiel gehen aktuell an rund 140 Menschen Lebensmittelspenden raus, diese Zahl hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert.
Gleichzeitig sind die Menschen, die Spenden der Tafeln beanspruchen in Deutschland immer älter. Die steigende Altersarmut ist in den Zahlen deutlich zu erkennen. Hier schwimmt unsere Region ebenfalls gegen den Strom. In Coesfeld ist gut jeder Dritte Hilfesuchende Rentner, aber dieser Anteil ist seit Jahren gleich geblieben. Und in Dülmen ist sogar mehr als die Hälfte aller Menschen, die zur Tafel kommen, unter 30 Jahre alt. Darunter viele Flüchtlinge, die die Hilfe der Tafeln in Anspruch nehmen. Viel Altersarmut gibt es also nicht.
Warum ist das so? Josef Mundorf von der Tafel in Dülmen erklärt sich das mit der niedrigen Arbeitslosenquote bei uns im Kreis. Sie ist seit Jahren extrem niedrig. Die Menschen hätten dadurch eine vergleichsweise stabile Rente. Und darüberhinaus hat ein Großteil der Menschen nunmal einen Job - weniger als 3% der Menschen im Kreis sind ja arbeitslos. Unserem Kreis geht es also überdurchschnittlich gut. Das vermutet auch Hildegard Sonnenschein von der Coesfelder Tafel. Uns geht es hier vergleichsweise gut. In Großstädten im Ruhrgebiet sei die Lage ganz anders. Hier leben viel mehr Menschen, auch viel mehr ärmere Menschen. Und die fallen deswegen auch mehr ins Gewicht bei dieser Statistik.
Die Tafeln im Kreis haben aber ein anderes Problem! Sie suchen dringend ehrenamtliche Helfer. Viele Helfer sind schon deutlich älter als 70 Jahre alt, können nicht mehr so schwere Sachen tragen und sind auch nicht mehr so sicher beim Lieferwagen fahren. Jüngere Helfer seien herzlich Willkommen! Bei Interesse melden Sie sich gerne bei den Tafeln im Kreis. Sie freuen sich über jeden Zuwachs.