
Thüringen-Wahl: Reaktionen im Kreis Coesfeld
Es ist ein historischer Sieg für den linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow in Thüringen, aber es herrscht eine große Ungewissheit über die künftige Regierung: Die Linkspartei ist bei der Landtagswahl erstmals in einem Bundesland stärkste Kraft geworden. Die bisherige rot-rot-grüne Koalition verlor jedoch ihre Mehrheit.
Veröffentlicht: Montag, 28.10.2019 05:45
Die CDU stürzte auf ihr schlechtestes Ergebnis. Sie lag hinter der AfD auf Platz drei. Die AfD hat ihr Ergebnis damit als verdoppelt. Die SPD gehört zu den großen Verlierern der Wahl - sie erhält im vorläufigen Endergebnis etwas über 8 Prozent der Stimmen. Die Thüringer FDP übersprang die Fünf-Prozent-Hürde und zieht nach fünf Jahren Abwesenheit wieder knapp in den Landtag ein.
Sie sprechen heute Morgen über die Ergebnisse der Thüriungen-Wahl. Die Parteien im Kreis Coesfeld haben das ganze erst einmal sacken lassen. Rainer Gembalczyk von den Linken im Kreis freut sich über das gute Abschneiden in Thüringen - er hegt eine leise Zuversicht, dass dieser Erfolg bis in den Kreis Coesfeld strahlen könnte. Denn: Thüringen hat gezeigt, dass die Linke auch Regierungsverantwortung übernehmen kann. Sie hat 5 Jahre regiert und wurde nun sogar zur stärksten Partei. Rainer Gembalczyk hofft, dass die Linke bei den kommenden Wahlen ein bisschen besser abschneiden wird.
Das Wundenlecken geht dagegen bei der SPD weiter. Das Ergebnis lasse sich keinesfalls schön reden, sagt der SPD-Chef im Kreis Andre Stinka. In Wahlen werde zur Zeit sehr stark polarisiert, sucht er nach Gründen. Die SPD muss viele Themen abdecken, viele Dinge bedenken und das kommt aktuell überhaupt nicht gut an. Es sei eine zu extreme Bandbreite. Dasselbe erlebe die CDU ebenfalls und er geht davon aus, dass dieser Trend sich auch weiter fortsetzen wird.
Es gibt viele, ländliche Regionen in Thüringen. In denen tun sich die Grünen traditionell schwer. Dass das hier im ländlichen Kreis Coesfeld anders ist, davon geht die Grünen-Kreissprecherin Anne-Monika Spallek aus Billerbeck aus. Die ganzen Umwelt-Aktionen und die Beteiligung an der Klima-Bewegung "Friday's For Future" zeigen das große Potential der Grünen bei uns in der Region. Und der FDP-Landtagsabgeordnete Henning Höne aus Coesfeld ist froh, dass der bundesweite Trend sich fortsetzt. Überall gewinnt die FDP dazu, so jetzt auch am Wochenende in Thüringen.
Der große Gewinner der Wahl ist die Alternative für Deutschland, die AfD. Jens Kellmann aus Dülmen von der AfD feiert. Das Ergebnis drücke die Unzufriedenheit der Menschen aus. Spitzenkandidat Björn Höcke gehört zum äußerst rechten Flügel. Aufwind wird es für Björn Höcke mit Sicherheit geben - insgesamt sei es für die AfD eine gute Sache! Das sei eine gefährliche Entwicklung sagt Radio Kiepenkerl-Politikwissenschaftler Klaus Schubert von der Uni Münster. Die Demokraten müssten jetzt dafür sorgen, dass der undemokratischen Rechten Grenzen gesetzt würden.