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Trinkgeld beim Einkaufen?
© Foto: NGG | Tobias Seifert
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Trinkgeld beim Einkaufen?

Was bisher vor allem aus Restaurants bekannt ist, hält jetzt im Einzelhandel Einzug: Bundesweit testen erste Schuhgeschäfte die Trinkgeldfunktion am Kartenterminal. Im Kreis Coesfeld macht bislang kein Geschäft mit - und der Handelsverband positioniert sich klar dagegen.

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Tobias Buller-Langhorst vom Handelsverband für den Kreis Coesfeld lehnt die digitale Trinkgeldabfrage ab: „Gute Beratung im Handel ist keine Extraleistung, sondern selbstverständlich. Der Handel vor Ort steht ohnehin unter Druck und muss sich bei den Preisen mit dem Onlinehandel messen. Gute Beratung ist im Preis inklusive - und damit punktet der Handel vor Ort. Mit einer Trinkgeldabfrage werden Kundinnen und Kunden unnötig unter Druck gesetzt und fühlen sich vielleicht auch genervt."

Ob der Unterschied zwischen Großstadt und ländlichem Raum dabei eine Rolle spielt? Tobias Buller-Langhorst sieht das differenziert: „Großstadt oder ländlicher Raum - das spielt meiner Meinung nach keine Rolle. Es ist eher ein Unterschied, wie intensiv die Beratung ist. Bei einem kleinen Modegeschäft mit intensiver Beratung oder einer Sonderanfertigung kann ich mir vorstellen, dass außergewöhnlicher Service beim Kunden gut ankommt und dieser von sich aus bereit ist, ein Trinkgeld zu geben. Aber das soll bitte aus freien Stücken geschehen - und nicht angeschoben durch eine Trinkgeldabfrage bei der Kartenzahlung."

Eine Radio-Kiepenkerl-Umfrage bestätigt: Modehaus Bruns in Billerbeck, Robers Schuhe in Dülmen und Modehaus Mauermann in Coesfeld setzen die Funktion allesamt nicht ein. Robers Schuhe hält stattdessen eine kleine Trinkgeldkasse bereit. Modehaus Mauermann denkt noch darüber nach - Trinkgeld könnte den Beruf für Verkäuferinnen und Verkäufer attraktiver machen.

Fazit: Trinkgeld im Einzelhandel bleibt im Kreis Coesfeld vorerst die große Ausnahme. Und das ist auch vom Handelsverband so gewollt.

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