
Das Land habe die Ermittler in diesem Bereich aufgestockt und die Polizei technisch besser ausgestattet. es sei wahrscheinlich, dass dadurch weitere Gruppen auffliegen.
Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter sagt allerdings: Es reiche nicht aus, mit kleinen Schritten voranzugehen, was die Ausstattung und die Qualifikation angeht. Es seien riesengroße Schritte notwendig. Ein Plus an Experten wie IT-Techniker für Verschlüsselungstechnik oder Leute, die sich mit Opferanhörung auskennen, sei notwendig.
Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft in Münster gehen heute weiter. Es gab bundesweit Razzien und Hausdurchsuchungen. Haupttäter soll ein 27-jähriger Mann aus Münster sein. Er soll den heute zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin mehrere Jahre lang missbraucht und dabei gefilmt haben. Sieben Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Darunter ist auch die Mutter des Haupttäters aus Münster. Sie soll von den Taten ihres Sohnes gewusst haben. Bis zu ihrer Festnahme arbeitete sie in einer Kita. Die ganze Dimension dieses Kinderporno-Netzwerks ist noch unklar. In einer Gartenlaube in der Kleingartenanlage „Am Bergbusch“ in Münster-Kinderhaus sollen mehrere Männer zwei Jungen immer wieder schwer sexuell missbraucht haben. Fünfhundert Terrabyte Material haben die Ermittler sichergestellt. In den weiteren Ermittlungen geht es jetzt vor allem darum herauszufinden, wie groß dieser Missbrauchsring ist und ob es noch mehr Opfer gibt. Bis jetzt gibt es drei Opfer. Kinder im Alter von 5, 10 und 12 Jahren. Die Auswertung des gesamten Materials dürfte noch Monate wenn nicht sogar Jahre dauern. Die Beschuldigten haben die Dateien aufwändig verschlüsselt. Das macht es der Polizei schwer sämtliche Dateien auszuwerten. Dann geht es um die Frage, ob das Jugendamt in Münster vernünftig gearbeitet hat. Schon vor 5 Jahren war einer der jetzt Beschuldigten wegen des Besitzes und des Vertreibens von Kinderpornos aufgefallen. Der Hauptverdächtige hat übrigens auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet. Der Computerexperte war für die Steuerung der Biogas-Anlage auf dem Hof zuständig. Hierhin führte auch zunächst die Spur. Zu einem Computer in diesem Betrieb.