KREIS: Depressionen betreffen viele
Veröffentlicht: Dienstag, 17.02.2026 16:30
Über 23 000 Erwachsene und Jugendliche im Kreis lassen sich wegen Depressionen behandeln. Das ist mehr als jeder Zehnte hier, sagt die Krankenkasse AOK. Sie hat Zahlen ihrer Versicherten ausgewertet.

Unter anderem entwickeln Menschen eine Depression rund um die Geburt eines Kindes. Etwa 15 Prozent der Mütter seien betroffen und rund fünf Prozent der Väter.
Der AOK-Familiencoach wurde aktuell um ein Modul zu Depressionen im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes erweitert. Das kostenfreie und für alle Interessierten frei verfügbare Online-Angebot richtet sich an Angehörige von Menschen, die in der Schwangerschaft oder nach der Geburt eines Kindes mit sogenannten peripartalen Depressionen zu kämpfen haben.
Das neue Modul informiert über die Anzeichen der Erkrankung. Dies sind neben allgemeinen Depressionssymptomen auch fehlende Mutter- oder Vatergefühle, das Gefühl der Überforderung in der Elternrolle sowie Ängste, dem Kind zu schaden oder seine Bedürfnisse nicht erfüllen zu können. Diese Beschwerden unterscheiden sich deutlich von der schnell vorübergehenden traurigen Stimmung, die viele Frauen in den ersten Tagen nach der Geburt eines Kindes als „Babyblues“ erleben. Peripartale Depressionen entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Veranlagung, Belastungen im sozialen Umfeld, aber auch Vorerkrankungen, frühere Traumata, massiver Schlafmangel oder Empfindlichkeit für hormonelle Veränderungen können dabei unter anderem eine Rolle spielen. Angehörigen oder dem Freundeskreis fällt es oft schwer, die psychische Erkrankung zu verstehen und die Symptome nachzuvollziehen. Hierbei kann der ‚AOK-Familiencoach‘ helfen, die Krankheit zu verstehen, den Alltag gemeinsam zu bewältigen, Betroffene zu unterstützen und sich gleichzeitig selbst vor gesundheitlichen Folgen zu schützen.
Das interaktive Selbsthilfe-Programm ist für Interessierte anonym und kostenfrei unter der Adresse www.familiencoach-depression.de nutzbar.